Wie werden homöopathische Mittel angewendet?

Nachdem man festgestellt hat, unter welchen Beschwerden das Tier leidet, ist es natürlich interessant herauszufinden, welches Mittel man denn nun geben soll. Oder in welcher Form, zum Beispiel in Form von Tabletten, Salben, Tropfen oder Globuli. Außerdem wäre es natürlich interessant zu wissen, wie oft man ein solches Mittel geben muss.

Fangen wir mal mit der Potenz an.
Das gegebene homöopathische Mittel regt den Körper dazu an, dass er sich gegen die vorhandenen Beschwerden wehrt. Deshalb nennt man die Homöopathie teilweise auch Reiztherapie. Sie kennen ja das Beispiel: Wenn Sie eine Zwiebel aufschneiden, tränen die Augen. Leiden Sie unter einer Erkrankung, bei denen die Augen tränen, so ist die Zwiebel in homöopathischer Form ein mögliches Mittel, das gegen diese Erkrankung hilft.

Allerdings bleibt noch die Frage offen, in welcher Stärke dieser Reiz ausgeübt werden soll. Die Reizung sollte nicht zu stark sein und auch nicht zu schwach, um ein optimales Ergebnis zu erreichen. Ein Zeichen dafür, dass man die richtige Potenz gefunden hat, ist die Erstverschlimmerung.

Ist das Mittel zu schwach, so tritt keine Reizung auf. Und genau das ist auch der Fall, wenn man das falsche Mittel gewählt hat.

Sie sehen schon, bis man das richtige Mittel gewählt hat, braucht es einige Überlegungen. Deshalb sind die hier vorgestellten Anwendungsbeispiele auch immer gleich mit den allgemein günstigsten Potenzen angegeben, um Ihnen die Auswahl zu erleichtern.

Und wie oft gebe ich das homöopathische Mittel?
Dafür gibt's einige Leitlinien. Diese wären zum Beispiel:

  • Tiefere Potenzen wie D1, D2, D3, D4 und D6 gibt man drei bis viermal am Tag, jeweils eine Gabe.
    Bei akuten Beschwerden kann man jeweils eine Gabe in Abständen von 15-30 Minuten geben, und dies dreimal hintereinander.

  • Mittlere Potenzen von D8 bis D30 gibt man ein bis zweimal am Tag, jeweils eine Gabe.

  • Hohe Potenzen über D30, die man eigentlich zur Selbstbehandlung nicht verwenden sollte, gibt man einmal, wartet, ob eine Reaktion auftritt, und gibt dann eventuell eine weitere Gabe.
    Aber wie gesagt, eigentlich sind diese hohen Potenzen für Laien nicht zu empfehlen und sollten durch einen Fachmann gegeben werden. Also ruhig die Finger davon lassen.


Bleibt noch die Frage der Art des Mittels offen, ob man Globuli oder Tabletten oder eine Salbe gibt.

Klar ist, dass man eine Salbe äußerlich aufträgt. Dies eignet sich zum Beispiel bei Wunden oder Hautbeschwerden.

Bei Globuli und Tabletten stellt sich die Frage, wie das Tier auf die Gabe des Mittels reagiert, denn manche Tiere wollen die Mittel nicht in den Mund nehmen.

Vom Wirkstoff her sind Globuli und Tabletten das Gleiche, allerdings sind Globuli leichter in den Mund des Tieres bzw. in das Futter zu mogeln. Versuchen Sie am besten aus, wie es am einfachsten geht, dem Tier das homöopathische Mittel zu geben.

Und wenn das Mittel gegeben ist, was passiert dann?

Dann müssen Sie erst einmal abwarten, was passiert. Aber das ist bei herkömmlichen Medikamenten ja genauso.

Allerdings kann es teilweise auch recht schnell gehen, bis sich eine Wirkung zeigt, zum Beispiel bei akuten Beschwerden. Größere „Schäden“ dauern aber in der Regel schon, bis sie auf das Mittel ansprechen.

Als Merkregel gilt: Stellt sich keine Verbesserung oder Veränderung der Situation ein, so fährt man mit der Behandlung fort, bis die Behandlungsdauer abgelaufen ist.

Man sollte außerdem die Gabe der homöopathischen Mittel über den empfohlenen Zeitraum weiterführen, selbst wenn die Symptome überwiegend verschwunden sind, um einen Rückfall vorzubeugen.

Die Medikation kann beendet werden, nachdem die Beschwerden vollständig verschwunden sind oder die Behandlungsdauer abgelaufen ist.

Es ist nicht plausibel, die homöopathischen Mittel weiterzugeben, nachdem alle Symptome komplett verschwunden sind.

Sollte die Behandlungsdauer abgelaufen sein und die Beschwerden aber immer noch bestehen, so sollte man darüber nachdenken, ob man eventuell das falsche Mittel genommen hat, ob man die falsche Potenz gewählt hat, oder ob es einfach noch Zeit braucht, bis sich die Heilung einstellt. In diesem Fall sollte man einen Homöopathen oder Tierarzt aufsuchen.

Sollten sich die Beschwerden gravierend verschlechtern, so ist ebenfalls die Behandlung mit homöopathischen Mitteln abzubrechen und möglichst zeitnah ein Tierarzt oder Homöopath aufzusuchen. Denn eine gravierende Verschlechterung ist nicht das, was man unter der Erstverschlimmerung versteht. Wahrscheinlich ist in diesem Fall das falsche Mittel gewählt worden, und man sollte sich auf der Suche nach dem richtigen Mittel machen.





Bestimmte homöopathische Typen

Um das passende Mittel zu finden, dass zur aktuell herrschenden Situation bzw. zur bestehenden Erkrankung passt, gibt es eine Vielzahl von Anhaltspunkten, die man sich zu Hilfe nehmen kann.

Das Problem bei Tieren ist jedoch: Der Tierarzt oder Homöopath ist auf reichlich Erfahrung angewiesen, oder er braucht ein Repertorium, in dem er sich auskennt. Dieses Rpertorium ist allerdings für Menschen geschrieben worden, und nun ist dies für Tiere anzuwenden. Das Problem dabei ist, dass Tiere sich ja schlecht mitteilen können, wie es ihnen geht, welche Gefühle sie haben, wo die Schmerzen sitzen.

Bei einer homöopathischen Therapie muß das Heilmittel besonders genau zu dem jeweiligen Tier passen, was uns durch die Deutung der "Typen" erleichtert wird. Letztendlich ist alles wichtig, was und hilft, das richtige homöopathische Arzneimittel zu finden. Die Findung des richtigen Mittels kann durch eines der folgenden Punkte erleichtert werden. Je mehr dieser Punkte zutrifft, desto genauer kann das richtige Mittel festgestellt werden.


- die Typdiagnose
- dem Auslöser der Beschwerden, die Ursache der Beschwerden
- ein typisches Symptom
- das Verhalten
- ein Umstand, aufgrund dessen sich ein Symptom ändert (Modalitäten).

Doch zurück zu den homöopathischen Typen - Was versteht man unter einem "Typ"?

Das Erscheinungsbild und das Verhalten eines Tieres kann zum Beispiel zu einem bestimmten homöopathischen Mittel passen.

Teilweise handelt es sich dabei nur um die Gleichheit zwischen körperlichen Symptomen, teilweise geht diese Gleichheit auch in andere Bereiche über, zum Beispiel in das Verhalten oder in den Körperbau.

Passt also zum Beispiel der Körperbau oder das Verhalten eines Tieres zum Mittel Arsenicum album, so ist das Tier ein Arsenicum album-Typ.

Dieser Typ beschreibt nicht nur, wie ein Tier aussieht oder sich verhält, sondern auch, an welche Erkrankungen bzw. Symptomen es besonders häufig leidet.

Wie aber entstehen solche Mittel-Typen?
Ein Typus wird durch seine Veranlagung und durch Umwelteinflüsse festgelegt. Äußere Einflüsse spielen eine wichtige Rolle.

Woran erkennt man einen bestimmten Mittel-Typus?
Welchen Typus das Tier entspricht, erkennt man besonders an seinem Körperbau, an seinem Verhalten und an den bestimmten typischen Symptomen, die das Tier zeigt.


Auch eines sollte man nie vergessen: die Typdiagnose ist lediglich ein weiteres Hilfsmittel zur Findung des richtigen Mittels, ein 100-prozentiges Kriterium dafür, dass man das richtige Mittel gewählt hat, ist es aber nicht.

Es kann also durchaus vorkommen, dass man zum Beispiel einem sehr mageren Graphites-Typ antrifft, obwohl die eigentlichen Graphites-Typen normalerweise eher dicklich sind.

Doch wenn die Typ-Diagnose nicht 100-prozentig ist, was ist dann der Sinn davon?

Der Sinn der Typdiagnose liegt darin, möglichst sicher das richtige Mittel zu finden, das zu den gerade vorherrschenden Beschwerden passt. Und obwohl die Typdiagnose dabei nicht 100-prozentig sicher ist, ist sie ein kleiner Baustein dafür, das richtige Mittel auswählen zu können.






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Quellen
Letzte Bearbeitung: 12.04.2019

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