Homöopathie
Homöopathische Mittel

Psychopharmaka der Homöopathie

Es gibt homöopathische Mittel, die nicht nur bei einfachen psychosen helfen, sondern auch bei schweren psychischen Störungen eingesetzt werden können, wenn sie individuell auf den Patienten abgestimmt sind.

Selbstbehandlung mit homöopathischen Mitteln
Eine Selbstbehandlung auf homöopathischer Basis bei seelischen Krankheiten ist aus mehreren Gründen sehr schwer. Es beginnt schon bei der Auswahl der für den Betroffenen individuell richtigen Mittel (und dann noch in der richtigen Potenz). Zudem muß meist im Verlauf einer Selbstbehandlung eine Anpassung des homöopathischen Miitels an den psychischen Zustand des Betroffenen vorgenommen werden. Eine psychische Behandlung gehört deshalb in die Hände eines erfahrenen Homöopathen!

Wie immer in der Homöopathie tritt zu Beginn der Behandlung eine Erstverschlimmerung auf.

Diese Reaktion zeigt an, daß die Selbstheilungsregulation begonnen hat. Man sollte sie auf keinen Fall mit Medikamenten unterdrücken, da ansonsten der Gesundungsprozeß wieder unterbrochen wird.

Homöopathische Beruhigungsmittel
Diese homöopathischen Mittel bewähren sich zur Beruhigung tagsüber, ohne daß man müde wird:

  • Acidum phosphoricum
    Die betroffene Person leidet unter einer nervösen Schwäche, ausgelöst durch Überforderung, Kummer und Sorgen oder Schlafmangel, besonders bei bestehendem Appetitmangel oder/und nächtlichem Schwitzen.

  • Avena sativa
    Als Basistherapie bei nervöser Schwäche, bei Schlafstörungen und zur grundlegenden Kräftigung der Nerven.

  • Coffea
    Wenn Nervosität in Verbindung mit Unruhe, mit Zittern, mit Kopfschmerzen oder Schlafstörungen auftritt, besonders dann, wenn dazu psychosomatische Herz- und Kreislauf-Symptome vorliegen.

  • Ignatia
    Ignatia ist eines der Hauptmittel bei nervlich bedingter Gereiztheit, auftretend mit depressiven Verstimmungen, besonders bei zusätzlich auftretenden Herzbeschwerden oder Sehstörungen, zusätzlichem Appetitmangel oder Druck im Kopf.

  • Nux vomica
    Nux vomica hilft besonders bei einer chronischen Nervosität, verursacht durch anstrengende geistige Arbeiten, zusammen auftretend mit (Durch)Schlafstörungen, mit einem Benommenheitsgefühl, mit Kreuzschmerzen oder mit Magen- und Darmbeschwerden.

  • Phosphorus
    Phosphorus hilft mageren, hochgewachsenen, blassen Menschen, unter einer nervösen Schwäche leiden, die gereizt sind, die nicht schlafen können, die zudem an Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Rückenschmerzen leiden.

  • Valeriana
    Valeriana gilt als eines der Hauptmittel zur Behandlung von Nervosität oder Gereiztheit, es ist angezeigt bei Unruhe und Schlafstörungen, aber auch gegen Stimmungsschwankungen.

  • Zincum metallicum oder Zincum valerianicum
    Zincum metallicum wird eingesetzt bei nervöser Unruhe, auftretend mit Zittern oder Zuckungen, besonders der Füße, mit Lähmungsgefühlen im Rücken, mit Gedächtnisschwäche oder mit Kopfdruck.

Homöopathische Schlafmittel

Gegen Schlafstörungen helfen teilweise die gleichen Mittel, die man auch zur Beruhigung am Tage einsetzt:

  • Acidum phosphoricum
    Schlafstörungen sind seelisch bedingt, dazu ausgeprägte Müdigkeit am Tag.

  • Argentum nitricum
    Schlafstörungen sind durch Streß oder Überforderung verursacht.

  • Coffea
    Schlafstörungen sind oder Einschlafstörungen, weil man zum Schlafen nicht ruhig genug ist bzw. erregt ist.

  • Gelsemium
    Schlafstörungen sind durch Überanstrengung verursacht, dazu Schwindel oder Kopfschmerzen.
    Gilt als "Psychopharmaka" in der Homöopathie gegen Schlafstörungen, verursacht durch Sorgen oder Kummer (auch Liebeskummer).

  • Kalium carbonicum
    Schlafstörungen durch Schmerzen, und/oder gegen 3 Uhr in der Nacht schweißgebadetes Erwachen.

  • Nux vomica
    Gestörter Schlaf mit Aufwachen durch Nervosität, oder aber auch nach einem Alkohol-, Kaffee- oder Nikotinmißbrauch.

  • Passiflora
    Passiflora ist das Grundmittel gegen nervöse Schlafstörungen.

  • Phosphorus
    Phosphorus hilft gegen Schlafstörungen, verursacht von Nervosität, einer nervösen Schwäche oder von Angst bei Dunkelheit (oft bei Kindern).

  • Pulsatilla
    Schlafstörungen sind mit Müdigkeit am Tage verbunden. Sie werden manchmal auch durch hormonelle Probleme (Wechseljahre, Pubertät usw.) verursacht.

  • Sulfur
    Schlafstörungen sind durch Arteriosklerose in den Hirngefäßen (Adern) begründet, besonders wenn im Zusammenhang mit heißen Füßen.

  • Valeriana
    Valeriana ist ein Hauptmittel gegen Schlafstörungen, besonders bei nervlich bedingter Unruhe oder bei Erregungszuständen.

  • Zincum valerianicum
    Schlafstörungen, auftretend mit Unruhe, besonders mit unruhigen Beinen.

Homöopathische Antidepressiva

In der Homöopathie gibt es zahlreiche antidepressive Wirkstoffe. Allerdings müssen sie genau zu den Ursachen der vorliegenden Depression passen. Leichte depressive Verstimmungen kann kann mit den Mitteln aus nachfolgenden Liste zu behandeln versuchen:

Starke oder unklare Depressionen sollten unbedingt von einem Facharzt behandelt werden, da ein gewisses Selbstmordrisiko besteht!

  • Acidum phosphoricum
    Chronische Depressionen, zusammen mit Erschöpfung oder einer Angst vor der ungewissen Zukunft.

  • Aurum metallicum
    Arum gilt als Hauptmittel bei Depressionen, manischen Depressionen, Selbstmordgedanken, dazu Herz-Kreislauf-Beschwerden.

  • Cactus
    Depressionen in den Wechseljahren, mit Menstruationsstörungen, mit Herzklopfen und mit Angst.

  • Cimicifuga
    Wochenbettdepressionen, meist nach einer komplizierten Entbindungen, manchmal auch bei Depressionen in den Wechseljahren, dazu verstärkter Drang, sich zu bewegen, Schwatzhaftigkeit, mit Angstzuständen oder mit Launenhaftigkeit.

  • Hyoscyamus
    Depressionen in Zusammenhang mit starkern Ängsten, mit Erregung, mit Mißtrauen allem gegenüber, mit Verzweiflung und auch mit Halluzinationen.

  • Ignatia
    Neurotische Depressionen in Verbindung mit starker Weinerlichkeit und Jammern, mit Nervosität und starken Angstzuständen, verursacht durch den Verlust einer nahestehenden Person.

  • Lilium tigrinum
    Depressionen in den Wechseljahren, dazu Gereiztheit, nervöse Herzbeschwerden, oftmals Senkung der Unterleibsorgane.

  • Lycopodium
    Depressionen bei verstandgesteuerten Personen, die ihre eigene Gefühle zu fest im Griff haben, zur Einsamkeit neigen und die Zukunft fürchten.

  • Natrium chloratum
    Depressionen in Zusammenhang mit Ängsten, mit Gereiztheit, einem niedrigen Blutdruck, mit einer Neigung zur Verstopfung. Diese Personen haben ein auffälliges Verlangen nach Salz und salzigem und ein Gefühl der Schwäche vormittags gegen 11 Uhr.

  • Nux vomica
    Depressionen in Verbindung mit großer Angst und auch großer Gereiztheit, welche besonders morgens auftreten. Oftmals bei Personen mit einer Neigung zur Perfektion.

  • Pulsatilla
    Depressionen in Verbindung mit einer großen Überempfindlichkeit und einer großen Weinerlichkeit. Oftmals in Verbindung mit einer unregelmäßigen Monatsblutung bei Frauen, besonders häufig geeignet bei jungen Frauen während der Pubertät.

  • Staphisagria
    Depressionen nach einer Geburt, dazu treten Nervosität oder Gereiztheit auf, zuweilen auch eine Ablehnung des Kindes. Tritt überwiegend nach einer schweren Entbindungen auf.

  • Veratrum album
    Starke Depressionen, besonders nach harten Schicksalsschlägen, die nicht verarbeitet werden oder wurden.

Homöopathie gegen Ängste und Phobien

Die folgende Gruppe eignet sich nur teilweise zu einer Selbstbehandlung. Sie richtet sich gegen Ängste und Phobien. Falls diese nicht bereits das gesamte Leben bestimmen, sie also noch nicht schwerwiegend sind, kann man versuchen, die nachfolgenden Mittel zur Selbstbehandlung zu verwenden.
Ausgeprägte Angsterkrankungen sollten immer fachkundig behandelt werden!

  • Aconitum
    Angstanfälle, dazu Unruhe, Todesängste und Blutandrang zum Kopf bzw. Blutandrang zum Herzen.

  • Argentum nitricum
    Angst, dazu Unruhe, auch mit Kopfschmerzen und Schwindel, dazu Herzjagen, oftmals verursacht durch Wetterveränderungen, manchmal auch durch Lampenfieber, vor Prüfungen, durch Platzangst oder Angst vor engen und geschlossenen Räumen.

  • Arsenicum album
    Angst mit Ruhelosigkeit, auch mit Gereiztheit und Erschöpfung. Betroffene Person hat Todesangst und nächtliche Angstattacken bzw. auch Alpträume.

  • Calcium carbonicum
    Angst in Verbindung mit Psssimismus, einer starken Mutlosigkeit, mit großer Erschöpfung und Unfähigkeit, etwas zu entscheiden.

  • Lachesis
    Angst vor Trennung, der Zukunft, Mißtrauen, manchmal verursacht durch Herz-Kreislauf-Störungen oder Hormonstörungen.

  • Natrium chloratum
    Angst, verursacht durch Sorgen, durch Kummer, aber auch durch Konflikte oder durch Streß, oftmals von Depressionen begleitet, besonders schlimm vormittags gegen 10/11 Uhr.

  • Phosphorus
    Angstzustände durch ein geschwächtes Nervensystem, dazu kommen Schlafstörungen aus Angst vor Dunkelheit, manchmal auch starke psychische Erregung.

  • Veratrum album
    Angst auftretend mit Gereiztheit, mit Unruhe, einer Angst vor dem Tod, mit Erschöpfung. Manchmal auch Wahnvorstellungen.


Wie immer sei gesagt: Therapieren Sie nicht selbst an sich herum, auch nicht bei psychischen Leiden. Wenden Sie sich an einen Arzt oder Homöophaten!

 

 




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